Aktuelles aus dem EZETTHERA

EZETTHERA Newsletter April 2026

Wachstum beginnt dort, wo Neugier stärker ist als Bequemlichkeit und Mut größer als Zweifel.

Timo Ertl

  • Tanztherapie, Bewegungsanalyse, Fortbildung
  • Meine Gedanken dazu sind wie immer am Ende des Newsletters...

    Liebe Tanz- und Therapieinteressierten,

    wir hatten gedacht, jetzt kommt der bequeme Frühling und nun ist es wieder Winter. Das ist schon ein Hinweis, dass man es sich nicht zu bequem machen sollte, sondern sich auf verändernde Bedingungen einstellen kann. So ist auch unser Programm immer eine Mischung aus Bekanntem und Neuem, um die Komfortzone zu erweitern.

    Inhalt des Newsletters:

    1. Kurse
    2. Seminare und Workshops
    3. Tanztherapie Podcast

    1. Kurse 

    Online-Kurse

    2. Seminare und Workshops

    Seminare 2027

    3. Tanztherapie-Podcast

    Der Tanztherapie-Podcast von Wiebke Würdig sendet Beiträge von verschiedenen namhaften TanztherapeutInnen, bisher von Susanne Bender, Imke Fiedler und Marianne Eberhardt-Kaechele. Ihr erhaltet Einblicke in unterschiedliche Aspekte und Methoden der Tanztherapie oder die bewegten Leben der TanztherapeutInnen.  Der Podcast erscheint wöchentlich, immer donnerstags.  
    Hier könnt Ihr den Podcast hören: YouTube und Deezer oder Spotify und Apple Podcast
    Folgt auch dem Podcast-Instagram-Profil, dort wird über neue Folgen usw. informiert: Instagram

    ...Der Mensch wäre heute nicht da, wo er ist, wenn nicht sein ganzes Streben darin besteht, es sich komfortabler und bequemer zu machen. Komfort klingt warm, weich und entlastet uns. Komfort soll die harten Kanten des Lebens abpolstern, sodass wir nur allzu gerne bereit sind, uns einzureden, dass wir darauf ein Anrecht haben. Ursprünglich war mit dem Begriff Komfort das leibliche und seelische Wohlbefindens gemeint, heute meinen wir damit eher die Zentralheizung, den Lieferservice und die bequeme Matratze im Bett. Der äußere Komfort soll das innere Wohlbefinden herstellen. Komfort scheint jeden Winkel unseres Alltags durchdrungen zu haben. Es scheint so, dass es immer noch Steigerungen des Komforts gibt. Die Vorstellung wir müssten in einem Hotel das Bad mit mehreren Hotelgästen teilen, erschaudert uns heute. Vor noch nicht allzu langer Zeit war das völlig normal und auch schon komfortabel, weil man sich nicht mehr an einer Schüssel mit Wasser waschen musste. Wenn man auf die Bedeutung des Wortes Komfort schaut, entdecken wir nicht nur die Bequemlichkeit, sondern kommen zu einer Innerlichkeit, die wir vergessen haben. Komfort leitet sich aus dem Lateinischen „confortare“ ab, zu Deutsch: Trost spenden, stärken, ermutigen. Auch das Französische confort und das Englische comfort bezeichnen nicht nur die Bequemlichkeit, sondern auch emotionale, moralische und spirituelle Stärkung. Diesen Aspekt scheinen wir vergessen zu haben, sondern sehen Komfort als Maßstab für eine materielle, bequeme Lebensqualität. Die Temperatur ist ein gutes Beispiel. Wenn wir einen Raum betreten, erwarten wir, dass er 22-23 Grad warm ist. Wenn er davon abweicht, fangen wir entweder an zu schwitzen oder zu frieren. Sogar die Wetternachrichten haben sich darauf eingestellt, dass wir immer weniger Temperaturunterschiede tolerieren können. Bei -4 Grad sprechen sie von Eiseskälte und bei 25 Grad von besorgniserregender Hitze. Ein Auto ohne Klimaanlage ist kaum noch vorstellbar und die neuen Autos kann man remote schon vorwärmen (von der Sitz- und Lenkradheizung ganz zu schweigen). Es hat sich also ein ganzes Bündel von Standards etabliert, die wir erwarten und als normal empfinden. Diese werden aber durch die technische Entwicklung immer weiter verfeinert. Unser Körper muss immer weniger Anpassungsleistung vollbringen. Wir erwarten, dass die Technik sich uns anpasst. Zogen unsere Vorfahren zuhause im Winter noch dicke Socken und einen Wollpullover an, tragen wir heute oft nur ein T-Shirt und erwarten ganz selbstverständlich, dass das reicht. Wir haben die Natur überlistet. Dank Elektrizität und Zentralheizung kann sich der Mensch von den natürlichen Rhythmen und Gegebenheiten lösen. Komfort ist eine kontrollierte zweite Natur, eine Innenwelt, in der Hitze, Kälte, Dunkelheit und Schmutz draußen bleiben. Komfort ist also die Abwesenheit von Anstrengungen. Bestimmte körperliche Anpassungsleistungen sind nicht mehr gefordert und so verliert der Körper mehr und mehr die Fähigkeit, sich verändernden Bedingungen anzupassen und verliert damit aber auch die psychische Anpassungsfähigkeit. Und so wurde es nötig, die Diagnose „Anpassungsstörung“ ins ICD 10 aufzunehmen, weil zu viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, sich verändernden Bedingungen anzupassen. Wenn wir also unsere Bequemlichkeit in den Mittelpunkt stellen, dann ist das für unsere Biologie gar nicht so komfortabel. Wenn wir uns nicht mehr trauen, über unsere Komfortgrenzen hinausgehen, wird es zu einem Problem, weil unsere Komfortzone immer enger wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies: alles was an den Randbereich der Komfortzone führt, hilft uns, unsere Komfortzone auszudehnen und somit dem Körper ein größeres Spektrum an Reaktionsfähigkeiten zu ermöglichen. Dadurch werden wir belastbarer und weniger gestresst in herausfordernden Situationen. Wer seine Komfortzone erweitert, wird widerstandsfähiger – körperlich und mental. Das sollten wir wagen.

    Viele Grüße

    Susanne Bender

    Eingetragen am 29.03.2026

    Zurück

    Alle News

    Hinweis: Alle aktuellen Meldungen von "EZETTHERA - Europäisches Zentrum für Tanztherapie" können Sie auch als RSS Newsfeed abonnieren, klicken Sie einfach auf das RSS-Symbol und tragen Sie die Adresse in Ihren Newsreader ein!