Aktuelles aus dem EZETTHERA
Newsletter November 2026
Die meisten Menschen leben von der Annahme, sie seien eine Ausnahme.
Gerhard Uhlenbruck (1929 - 2023), deutscher Immunbiologe und Aphoristiker
Meine Gedanken dazu sind wie immer am Ende des Newsletters...
Liebe Tanz- und Therapieinteressierten,
damit man nicht die Regel von der Ausnahme sein möchte, macht es Sinn, den Newsletter ganz zu lesen, um sich nicht später über Verpasstes zu ärgern.
Inhalt des Newsletters:
- Kurse
- Seminare und Workshops 2026
- Seminare und Workshops 2027
1. Kurse
- Jeden 1. Sonntag im Monat bieten fortgeschritte TanztherapiestudentInnen ExperimenTanz an, ein Angebot zur Selbsterfahrung:
- 01.11.2026 Dem inneren Erleben Raum geben
- 06.12.2026 Bedürfnisse erkunden
- 10.01.2027 Kreativität in Bewegung – Dein inneres Atelier entdecken
- 06.03.2027 Ruhe und Sturm
- NEU: 03.11.-15.12.2026 Tanztherapiegruppe: Kontrolle ist gut - Vertrauen darf wachsen mit Lucia Weber, dienstags, 18:15-19:45 Uhr (nicht am 17.11.2026)
- Tanztherapiegruppe 1 - es bewegt mich, donnerstags von 16.15-17:45 Uhr. Für diese Gruppen ist ein Erstgespräch notwendig. Die Gruppe hat am 08.10.26 angefangen und dauert bis zum 25.03.2027. Ein Einstieg ist noch möglich.
- Tanztherapiegruppe 2 - es bewegt mich, donnerstags von 18:00-19:30 Uhr. Für diese Gruppen ist ein Erstgespräch notwendig. Die Gruppe hat am 08.10.26 angefangen und dauert bis zum 25.03.2027. Ein Einstieg ist noch möglich.
- In der Supervisionsgruppe in Salzburg freitags (5x im Jahr) bei Susanne Bender sind Plätze frei.
- 14.01.-25.03.2027 Tanzen aus der Stille - Authentische Bewegung I/27 mit Susanne Bender.
Online-Kurse
- Die Online-Supervisionsgruppe dienstags und freitags bei Susanne Bender ist ausgebucht. Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen.
- Bei der Fortbildungsreihe zum Kestenberg Movement Profile mit Susanne Bender können noch einige Module in 2026 einzeln gebucht werden.
2. Seminare und Workshops 2026
- 14.-15.11.2026 Tanz im Augenblick - Improvisation in der Tanztherapie mit Ellen Steinmüller. Das Seminar ist ausgebucht. Man kann sich gerne auf eine Warteliste setzen lassen.
- 21.-22.11.2026 Der Welt mit Selbstregulation begegnen mit Barbara Birner. Das Seminar ist ausgebucht. Man kann sich gerne auf eine Warteliste setzen lassen.
- 28.-29.11.2026 Bewegte Familienrekonstruktion in Köln mit Susanne Bender
3. Seminare und Workshops 2027
Die Seminare im nächsten Jahr füllen sich schon. Es ist gut, mit einer Entscheidung nicht zu lagen zu warten, um sich einen Platz zu sichern.
- 16.-17.01.2027 Kreistänze - verbunden sein mit Renata Falkowska
- 23.-24.01.2027 Struktur in der Tanztherapie mit Petra Ruggiero
- 04.-06.02.2027 Sexualität beginnt im Tanz zwischen Eltern und Kind mit Marianne Eberhard-Kaechele. Bitte beachten: Anmeldefrist bis 10.11.2026
- 13.-14.02.2027 Resilienz - in Bewegung bleiben mit Jana Brettner
- 26.-27.03.2027 Mindful Dancing Warriors mit Chetan Erbe
- 10.-11.04.2027 Inspirationsquelle Natur in der Tanztherapie mit Elke Kressirer
- 01.-02.05.2027 Aufmerksamkeitswunden erkennen und heilen mit Barbara Birner
- 15.-16.05.2027 Tanztherapie mit ätherischen Ölen mit Barbara Prosteder
- 03.-04.07.2027 Scham, ein zentrales Gefühl in der Tanztherapie mit Imke Fiedler
- 24.-25.07.2027 Tanztherapie bei Demenz mit Viktoria Seibt
- 25.-26.09.2027 Bewegte Familienrekonstruktion mit Susanne Bender
- 09.-10.10.2027 Somatic Body Mapping mit Annette Schwalbe
- 16.-17.10.2027 Ich sehe was, was du nicht siehst - Bewegungsanalysecamp - Teil I mit Susanne Bender
- 20.-21.11.2027 Ich sehe was, was du nicht siehst - Bewegungsanalysecamp - Teil II mit Susanne Bender
...In letzter Zeit mache ich immer mehr die Beobachtung, dass Menschen für sich jederzeit eine Ausnahme beanspruchen. Selbst wenn das Nichteinhalten einer Zusage auf ihr eigenes Versagen (Termin vergessen, doch kein Interesse, etwas anderes ist interessanter etc.) zurückzuführen ist, erbitten sie eine Ausnahme. Regeln gehören aber zu den unscheinbaren Voraussetzungen des menschlichen Zusammenlebens. Sie ordnen Erwartungen, begrenzen Willkür und machen Handlungen berechenbar. Wenn die Regeln gut austariert sind, dann beinhalten sie auch Gerechtigkeit. Jeder einzelne kann darauf vertrauen, dass sich alle an die Regel halten müssen, es also keine Sonderbehandlung gibt.
Wer einer Regel folgt, unterwirft sich nicht notwendigerweise; er erkennt häufig eine Ordnung an, die gemeinsames Handeln überhaupt erst ermöglicht. Regeln schaffen Gleichheit, indem sie Fälle nach denselben Maßstäben behandeln. Gerade deshalb schützen sie vor persönlicher Willkür.
Auf den ersten Blick erscheint jede Regel als Einschränkung. Aber grenzenlose Wahlmöglichkeiten sind noch keine Freiheit. Wer sich auf Verkehrsregeln, sprachliche Bedeutungen oder gegenseitige Zusagen verlassen kann, gewinnt Handlungsspielräume. Die Grenze macht Orientierung möglich. Freiheit entsteht deshalb oft nicht jenseits aller Regeln, sondern innerhalb einer Ordnung, deren Gründe verstanden und grundsätzlich mitgetragen werden können. Eine gerechte Regel verhindert Willkür und ist offen genug, um bedeutsame Unterschiede wahrzunehmen.
Zugleich verrät schon die Rede von der Ausnahme, dass keine Ordnung die Wirklichkeit vollständig umfasst. Zwischen beiden liegt daher kein bloßer Gegensatz, sondern ein Spannungsverhältnis: Die Regel beansprucht Allgemeinheit, während die Ausnahme an das Besondere erinnert.
Doch Ausnahmen sind zweideutig. Sie können Menschlichkeit ermöglichen, aber auch Privilegien verschleiern und Ungerechtigkeit erzeugen. Ist es gerecht, jemandem eine Ausnahme zu gewähren, der einer Regel zwar zugestimmt hat, sie nun aber nicht einhalten möchte und deshalb eine Sonderbehandlung einfordert, während ein anderer die Regel klaglos befolgt, weil er sich an seine Zustimmung gebunden fühlt? Wäre das gerecht?
Zwei Irrwege bedrohen jede Ordnung. Der erste ist der Regelrigorismus: Er verwechselt Gerechtigkeit mit mechanischer Anwendung und entzieht sich der Verantwortung für Folgen. Der zweite ist die Beliebigkeit: Sie erklärt jeden Fall für einzigartig und löst verbindliche Maßstäbe auf.
Die reife Haltung achtet die Regel als Schutz gemeinsamer Freiheit und erkennt zugleich ihre Endlichkeit. Eine gute Ausnahme bewahrt den Sinn der Ordnung dort, wo ihr Buchstabe versagt. Eine gute Regel wiederum lässt erkennen, unter welchen Bedingungen eine Abweichung verantwortbar ist.
Wer also das nächste Mal eine Ausnahme einfordern möchte, sollte noch einmal darüber nachdenken: Liegt tatsächlich etwas so Besonderes vor, dass eine Ausnahme gerechtfertigt ist? Oder handelt es sich eher um eine alltägliche Situation, die jeden treffen kann – und damit gerade um den Regelfall?
Viele Grüße
Susanne Bender
Eingetragen am 28.10.2026
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