Aktuelles aus dem EZETTHERA

EZETTHERA Newsletter Juni 2026

Wenige helfen tragen; fast alle erschweren die Bürde.
Adolph Knigge (1752-1796), deutscher Jurist, Beamter, Satiriker und Aufklärer

  • Tanztherapie, Bewegungsanalyse, Fortbildung
  • Meine Gedanken dazu sind wie immer am Ende des Newsletters...

    Liebe Tanz- und Therapieinteressierten,

    ich hoffe, dass wir im EZETTHERA ein offenes Ohr haben für die Belange, die im Leben belasten. Aber auch unsere konkreten Angeboten können helfen.

    Inhalt des Newsletters:

    1. Quereinstieg in laufende Ausbildungen
    2. Seminare und Workshops
    3. Kurse
    4. Tanztherapie Podcast

    1. Quereinstieg in laufende Ausbildungen

    Im Moment laufen noch drei Ausbildungsgruppen für die Ausbildung in Systemischer Tanztherapie am EZETTHERA. Es gibt somit noch die Möglichkeit eines Quereinsiegs in die laufenden Ausbildungsgruppen. Die Voraussetzung dafür sind Nachweise in tanztherapeutischen Fort- und Ausbildungen. Diese werden von uns geprüft und entschieden, ob und wann ein Quereinstieg möglich ist. Bei Interesse schicken Sie gerne Ihre Bewerbungsunterlagen mit den Nachweisen sowie einem kurzen Lebenslauf an info@ezetthera.de

    2. Seminare und Workshops

    Seminare 2027

    3. Kurse 

    Online-Kurse

    4. Tanztherapie-Podcast

    Der Tanztherapie-Podcast von Wiebke Würdig wächst weiter. Es lohnt sich also reinzuhören. Der Podcast erscheint zweiwöchentlich, immer donnerstags.  
    Hier könnt Ihr den Podcast hören: YouTube und Deezer oder Spotify und Apple Podcast
    Folgt auch dem Podcast-Instagram-Profil, dort wird über neue Folgen usw. informiert: Instagram

    ...Im letzten Newsletter habe ich über die Herausforderung gesprochen, Hilfe anzunehmen. Dieses Mal möchte ich die andere Seite beleuchten: die Herausforderung, Hilfe zu leisten. Selbst in medizinisch dringenden Fällen scheint oft nicht klar zu sein, was zu tun ist. Manche zücken zuerst ihr Handy, um zu filmen, statt den Notruf zu wählen. Umso schwieriger wird es, wenn es um weniger offensichtliche Formen der Hilfe geht.
    Jemand ist psychisch belastet und bräuchte ein offenes Ohr und einen verschlossenen Mund. Stattdessen erlebt die betroffene Person oft das Gegenteil: einen offenen Mund und verschlossene Ohren. Viele Menschen werden unruhig, wenn sie nichts tun können. Sie wollen lösen, reparieren, beseitigen. Gelingt das nicht, werden sie mit ihrer eigenen Hilflosigkeit konfrontiert. Die Person, die Unterstützung braucht, muss sich dann Sätze anhören wie: „Ich bin immer für dich da. Du musst mich nur anrufen.“ „Das wird schon wieder.“ „Aber es gibt doch so viel Gutes in deinem Leben.“ „So ist das halt.“ „Die Zeit heilt alle Wunden.“ „Kopf hoch!“ Nichts als Verlegenheitsfloskeln.
    Was es in einer solchen Situation jedoch braucht, ist ein Mensch, der zuhört – wirklich zuhört, ruhig und aufmerksam – und damit das Gefühl vermittelt: Ich nehme dich an, so wie du bist, mit all deiner Verzweiflung, deinen negativen Gedanken und deinen Befürchtungen. Die helfende Person müsste den Mut haben, zu bleiben, nicht auszuweichen, nicht allein zu lassen – auch dann, wenn sie selbst innere Hilflosigkeit spürt.
    Die wenigsten Menschen, die praktische oder emotionale Hilfe brauchen, können das offen aussprechen. Manchmal muss man sich im besten Sinne sogar ein wenig aufdrängen, weil es gerade in belastenden Zeiten so schwerfällt, sich überhaupt zu melden. Wenn ich aber ohne Druck, ohne Ratschläge, ohne Lösungsvorschläge und ohne übertriebenen Aktionismus einfach da bin – in schwierigen Momenten oder herausfordernden Lebensphasen –, dann kann genau das die wichtigste Hilfe überhaupt sein.
    Es klingt banal, nach wenig, und ist doch so viel. Viele Menschen erleben Gespräche mit FreundInnen – und leider manchmal auch mit TherapeutInnen – eher als Nicht-Gespräche, weil sie kein echtes Interesse an dem spüren, was tief in ihrem Inneren vorgeht. Das stürzt Betroffene oft in Verzweiflung und Einsamkeit, weil niemand mit ihren Gefühlen zurechtkommt. So entsteht immer häufiger das Gefühl: Ich kann mich niemandem zumuten, so wie ich bin.
    Die Folge ist meist Rückzug – aus dem Wunsch heraus, niemanden zu stören oder zur Last zu fallen. Das wiederum führt bei denen, die Hilfe anbieten sollten, oft zu der Annahme, es gehe der Person schon wieder besser. Was für ein Trugschluss. Wahrscheinlich wünscht sich die betroffene Person vor allem, einfach einmal in den Arm genommen zu werden; jemanden zu haben, der ihre Tränen aushält, der fragt, was sie gerade braucht und ob sie über die Belastung sprechen möchte oder lieber über etwas anderes. Einfach da sein, ohne viel zu tun – das ist wahre Hilfe.

    Viele Grüße

    Susanne Bender

    Eingetragen am 01.06.2026

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